Sigerls Bilderbuch

Landschaften

Der 5. Tag:

 

Richterhütte 2367 m – Roßkarscharte 2689 m – Roßkopf  2845 m (2x) –  Zittauer Hütte 2328 m

 

 

 

 

 

 

 

 

Richterhütte

 

 

 

 

 

Diesmal musste Sigerl nicht auf mich warten. Ich beeilte mich, denn heute hatten wir wieder einen weiten Weg bis zur Zittauer Hütte vor uns.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieder ging es durch Wiesen, an kleinen Seen vorbei, durch Geröll und ein neues Tal – eine neue Perspektive auf die uns umgebenden Berge. Obwohl für Nachmittag Gewitter angesagt war, hielt das Wetter bis abends. Erst dann setzte heftiger Regen und Gewitter ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An der Roßkarscharte machten wir Rast und jeder checkte seine SMS (wir waren fast 3 Tage in einem totalen Funkloch gewesen). Der nächste Gipfel – der Roßkopf lockte schon. Ich legte meinen Rucksack unten ab und es ging wieder über riesige Steinblöcke, aber nicht sehr schwierig zum Gipfel. Irgendwann unterwegs legte ich dann noch meine Stöcke ab, weil ich doch mit Hilfe beider Hände die großen Distanzen (manchmal sind einfach die Beine zu kurz) besser bewältigen konnte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Roßkopf zum Ersten, eine Stunde später der 2. Gipfelanstieg....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir genossen den Gipfel, den Weitblick und fotografierten ohne Ende. Beim Abstieg fanden wir meine Stöcke nicht – am Rucksack angekommen war klar, wir sind vorbei gegangen. Sigerl drehte um und ging ein zweites Mal zum Gipfel. Ich machte mich schon auf den Weg mit einem schlechten Gewissen zur Zittauer Hütte. Es ging immer bergab und ganz tief unten sah man schon die Hütte liegen. Ab und zu benutzte ich mein Tele, um zu schauen, wo Sigerl ist und ob er meine Stöcke hat oder nicht....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles ging gut – er holte mich ein und blieb dann am oberen Gerlossee hängen. Die Zittauer Hütte ist romantisch auf einem Felsbuckel gelegen am Ufer des unteren Gerlossees. Der Blick fällt auf die Nordhänge der Reichenspitze, des Gablers, der Wildgerlosspitze und der Schneekarspitze.

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterer Gerlossee mit Zittauer Hütte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zittauer Hütte mutet schon wie ein kleines Hotel an. Das erste Mal wieder warmes Wasser und sogar Fußbodenheizung im Sanitärbereich!! Die Hütte war mit wenig Übernachtungsgästen belegt (sehr viel Tagesgäste aus dem Tal, Finkau) und somit war es auch sehr ruhig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der 6. Tag:

 

Zittauer Hütte 2328 m – Keeskarscharte 2784 m – Gerlos ca. 1300 m

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterer Gerlossee

 

 

 

 

 

 

Wir hatten uns noch nicht entschieden – wie sollten wir absteigen? Die kurze Variante nach Finkau und der längere Weg über die Keeskarscharte? Hält das Wetter?? Ich war mir nicht sicher, ob ich so einen langen Weg (6h waren angeschrieben, vielleicht 9 oder 10h??) schaffen würde. Ich war hin und her gerissen. Letztendlich entschied ein Telefonat, das nicht zustande kam. Das Wetter schien gut und der lange Weg wurde genommen. Der Himmel war nach dem Regen und Gewitter klar und die Luft sehr gut und frisch.

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick ins Wildgerlostal

 

 

 

 

 

Doch bevor es aufwärts ging, ging es erst einmal ca. 150 Hm runter und dann relativ steil nach oben (600 Hm), immer wieder in Kurven und wir rätselten, welches ist denn nun die Keeskarscharte? Die Markierungen waren aus der Ferne auch nicht immer gut sichtbar und wir waren ganz allein. Wie sich dann später herausstellte, ist uns auf der ganzen Tour keiner begegnet und überholt hat uns sowieso keiner.

 

 

 

 

 

 

 

Aufstieg zur Keeskarscharte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Immer mehr Wolken am Himmel, wird das Wetter noch halten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wolkenfelder wurden dichter, doch nun war es nicht mehr weit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An der Keeskarscharte angekommen, stolz über einen erneuten Schartensieg, fotografieren und Abstieg (1480 Hm) bis Gerlos. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Steil war der Abstieg von der Scharte. Als es wieder flacher wurde, suchten wir uns ein schönes Plätzchen für die Mittagspause. Gemsen konnten wir auch beobachten.  In der Gewissheit, dass es eine gelungene Bergtour war, merkten wir gar nicht, wie der Nebel so allmählich Richtung Tal zog.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Galopp nahmen wir unsere Plünnen und stiegen ca. 1000 Hm über einen steilen Wiesenhang ab (das war der offizielle Weg), immer mit dem Gedanken, bei Regen da nicht laufen zu wollen bzw. zu müssen. Unten rauschte die Schönach. Als wir dann Flussnähe erreicht hatten, waren die Berge von einem Nebelvorhang verdeckt – so als wollten sie sagen: Ende der Vorstellung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir trabten Richtung Gerlos mit Wehmut, der Zivilisation immer näher zu kommen. In der Stinkmoosalm (??) tranken wir noch ein Abschiedsbier. Wir trafen Bergsteiger wieder , denen wir auf dem Rosskopf begegnet waren und es fing an zu regnen (passend zur Stimmung).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich suchte mir eine Bleibe in Gerlos, da mein Flieger erst am nächsten Tag ging. Sigerl begab sich auf den Weg in heimatliche Gefilde. Für ihn endete die Tour mit Regen, so wie sie auch begann. Dazwischen gab es für uns ganz viel Sonnenschein, ein ausgefülltes Programm und ausgesprochene Zufriedenheit.

 

Übrigens: Die Hüttenschuhe aus der Plauener Hütte, wurden auf der Zittauer Hütte in ein besseres Paar getauscht und schließlich wurden beide Paare dann für den nächsten Bergvagabunden dort gelassen.

 

Lieber Sigerl, vielen Dank für deine Begleitung, die sachkundige Betreuung, den Spaß, den wir miteinander hatten. Ich habe viel Energie tanken können und freue mich über die vielen gelungenen Fotos.

 

 

 

Anmerkung vom Sigerl:

 

Liebe Marianne, es waren schöne Bergtage mit dir und nun hoffe ich, dass du fit bist für dein Himalaya-Abenteuer. Ich wünsche dir alles Gute und komm gesund wieder nach Hause.

 

 

 

 

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