Sigerls Bilderbuch

Landschaften

3. Tag:

 

Zillerplattenscharte  2880 m – Eissee 2577 m -  westl. Windbachscharte 2697 m  - Richterhütte 2367 m

 

 

 

 

 

Das Wetter war fantastisch. Ich war beim Start nicht pünktlich fertig, na ja musste mich auch erst wieder an Rucksackordnung gewöhnen, war für alle Situationen (wettermäßig) ausgerüstet, hatte sogar „Hüttenschuhe“ mit, die sich Sigerl von den herumstehenden immer mal kurz borgt und damit so manche Bekanntschaft macht.

Natürlich war aus der Sicht eines Bergprofis mein „Haushalt“ zu groß – ich fand es nicht und hatte mit 11 kg so ein angenehmes Tragegefühl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir hatten einen langen Weg vor uns, es stand das Wochenende bevor und die Hüttenwirtin, übrigens nicht sehr freundlich, meinte, dass kein Funkkontakt zur Richterhütte bestünde. Somit konnten wir uns auch nicht anmelden. Zur Not müssen wir ins Tal absteigen....im Stillen dachte ich, hoffentlich nicht!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bis zur Scharte kannten wir den Weg schon vom Vortag. Trotzdem wurde immer wieder fotografiert. Am Eissee machten wir Rast, Füße kühlen – für mehr fehlte der Mut, Karte studieren. Außerdem erfuhren wir von anderen Wanderern, die übrigens sehr selten waren, dass es auf der Richterhütte sehr voll sein soll. Ein Blick auf die Wegweiser ließ uns außerdem erschrecken, die dort angegebenen Zeiten waren irgendwie mit unseren nicht so vergleichbar. Doppelt so viel?? (unsere) Eine Herausforderung für uns noch rechtzeitig in der Hütte zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ging weiter durch Wiesen, über Steinplatten und immer wieder herrliche Weitblicke und wir tauchen ein in ein neues Tal und eine neue Scharte – die westl. Windbachscharte – stand bevor.

 

 

 

 

 

 

Nur noch wenige Meter bis zur Scharte

 

 

 

 

 

 

 

 

Abstieg zur Richterhütte

 

 

 

 

 

Wetter und Motive versöhnten uns und wir ließen uns nicht entmutigen. An einem oberhalb der Hütte gelegenen See schickte mich Sigerl vor zur Klärung des Quartiers während er noch auf schöne Motive hoffte.

 

Ein 7er Matratzenlager konnte ich ergattern, dass dann bis auf 1 Platz auch belegt war. 2 Nächte wollten wir bleiben. Die Wirtsleute waren sehr nett, hilfsbereit und freundlich und eine gute Küche bot sich uns. Die Nacht war allerdings dann so zum Abgewöhnen. Von den 4 jungen Burschen schnarchten drei soooo heftig, dass ich mir wie im Bergwerk vorkam. So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Selbst meine „Superohrstöpsel“ versagten den Dienst und entsprechend gerädert standen wir den nächsten Morgen auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der 4. Tag:

 

Vormittag: Richterhütte 2367 m - Gamsscharte  2972 m – Richterspitze 3052 m - Richterhütte

 

Nachmittag: Richterhütte - Windbachtalkopf 2843 m - Richterhütte

 

 

Der Tag weckte uns mit klarem Himmel und schnell hatte Sigerl den Fotoapparat bei der Hand. Wir hatten uns die Richterspitze vorgenommen. Ich dachte, Scharte wäre für mich auch o.k.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir stiegen im Sonnenschein in Serpentinen stetig aufwärts über Geröll, Fels, der Weg teilw. mit Seilen versichert. Kleine bunte Punkte zeigten uns Bergsteiger, die schon vor uns gestartet waren.

 

 

 

 

 

 

 

Gamsscharte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An der Gamsscharte angekommen bot sich uns ein grandioser Blick – was für ein Wunder ist diese Bergwelt!!

Nun fiel die Entscheidung zum Aufstieg zur Richterspitze. Markierungen waren erst einmal da.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine kurze freischwingende Leiter, die einen kleinen Überhang mit Seil überbrückte, flößte schon erhebliche Ehrfurcht ein. Zumal, wenn einmal überwunden, der Rückweg ja auch wieder anstand....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sigerl war ein super Begleiter für mich, beobachtete fast jeden Schritt, korrigierte meine Schusslichkeiten  und wies mich streng auf ernsthafte Gefahren hin. Es war für mich wie eine kleine Prüfung, denn so oft besteige ich nicht derartige Berge, gleichzeitig eine Herausforderung, das zu schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur noch wenige Meter bis zum Gipfel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurze Rast am Gipfelgrat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich hatte es geschafft und stand am Gipfelkreuz der Richterspitze. Der gewaltige Rundblick war die Belohnung. Immer wieder tauchten Gipfelstürmer oben auf. Die obligatorischen Gipfelfotos, Eintrag ins Gipfelbuch...

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei Freunde am Gipfel der Richterspitze

 

 

 

 

 

 

Der Abstieg wieder in voller Sonne (die kleine Leiter war übrigens dann gar nicht so schwer). Mit Genugtuung über das Geleistete träumten wir schon von Kaiserschmarren und Radler in der Hütte. Unten angekommen betrachteten wir die vielen Fotos und kurierten nach dem üppigen Mahl unseren beginnenden Sonnenstich – Nachtschlaf musste auch nachgeholt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch es sollte an diesem Tag nicht bei einem Gipfel bleiben. Der Windbachtalkopf (2843 m) sollte unser Ziel sein. Mit einer Scharte hätte ich mich auch da zufrieden gegeben, aber es gab keine. So kam an diesem Tag mein 2. Gipfel zustande und ich gebe zu, dass ich sehr glücklich war.

 

 

 

 

 

 

 

 

Windbachtalkopf 2843 m

 

 

 

 

Wie es am 5. und 6. Tag weiterging, erfahrt ihr im Teil 3......

 

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