Zillertaler Schartenwanderung vom 27.08.2008 – 01.09.2008
Hier nun die versprochene Tourenbeschreibung von Sigerls Begleiterin – Marianne.
Schon vor einiger Zeit hatte ich mir vorgenommen, noch ein paar Tage in den Alpen zu „trainieren“, bevor ich in das Abenteuer Nepal einsteige.
Sigerl hatte mir im Herbst 2007 eine Trainingstour für 2008 versprochen, aber wie wird das Wetter? Wo er doch schlechtes Wetter meidet (weil dann kein Fotografierwetter ist) und auch die Hütten für ihn ein Graus sind.
Für mich stand die Zeit fest, Fahrkarten, Flugticket waren gebucht – die Zillertaler Alpen sollten es sein.
Sigerls Idee war, den östlichen Teil zu erschließen – für mich völlig fremd und ohne ihn wäre ich diese Tour nicht angegangen..

Zillergrund Speicher - Rechts der Weg der zur Plauener Hütte hochführt.
1.Tag:
Bärenbad – Speicher Zillergründl – Plauener Hütte 2364 m
Nach Flug, Bahn und Bus ging es von der Staumauer des Speichers Zillergründl auf einem angenehmen sich langsam hochschlängelnden Weg hoch zur Plauener Hütte, die man schon von weit unten sehen konnte.

Ich war glücklich, wieder in den Bergen zu sein, leider war das Wetter nicht stabil. Mich erwischte der Regen etwa 15 min vor der Hütte und Sigerl etwas heftiger in Bärenbad.

Aber es wendete sich alles noch zum Guten und unser Blick aus dem Hüttenfenster wurde mit einer herrlichen Abendstimmung belohnt.

Abend auf der Plauener Hütte

Der nächste Morgen
2. Tag:
Plauener Hütte 2364 m – Zillerplattenscharte 2880 m – Zillerplattenspitze 3148 m

Die ersten Sonnenstrahlen, aber wir saßen immer noch beim Frühstück.

Mit Minimalgepäck machten wir uns auf den Weg zur Zillerplattenscharte.

Ein relativ langer Weg zunächst immer auf ziemlich einer Höhe durch schroffe Felsen, Vergletscherungen mit vielen Quarzadern.

Der Aufstieg zur Scharte wurde dann steiler. Am Gipfelgrat trieb der Wind immer wieder Nebelschwaden über den Berg.

Oben angekommen eröffnete sich uns ein grandioser Blick in das nächste Tal, auf die uns umgebenden Bergketten und den Eissee – eine landschaftliche Attraktion östlich unterhalb der Zillerplattenscharte gelegen.

Kurze Rast – Stöcke deponieren – Fotoapparat verstauen und die Zillerplattenspitze sollte das Ziel sein. Oh je, dachte ich, keine Markierungen (wo ich so auf Markierungen fixiert bin) und nur Fels und Geröll! „Ein nicht ganz leichter Berg“ hatte Sigerl mal gesagt... Er ging vor und versuchte für mich einen etwas leichteren Aufstieg zu finden. Ich folgte gehorsam. Nachdem ich aber dann eine Steinlawine losgetreten hatte, er mich nicht sah und auch nicht hörte, fiel die gemeinsame Entscheidung: Umkehr für mich – es war nicht meine Liga.

An der Scharte wartete ich dann auf Sigerl während er allein zum Gipfel ging, schoss Fotos, genoss die Weitsicht, konnte andere mutige Bergsteiger beobachten, die sich mit Helm, Gurt und Seil auf den Weg zur Zillerplattenspitze machten.

Wieder am Rückweg zur Plauener Hütte

Das Rainbachköpfle 2690 m
Aber der Tag war noch nicht zu Ende. Für den nächsten Tag, den Weg zur Richterhütte wollte Sigerl noch den Übergang über die Gamsscharte (2972 m) inspizieren. Ich nahm mir in dieser Zeit den Hausberg – das Rainbachköpfl (2690 m) vor.

Blick zur Richterspitze und der Gamsscharte
So ging jeder von der Plauener Hütte seinen Weg. Ich schaffte es nur bis zum Sattel des Rainbachköpfls – Regen setzte ein und mich verließ der Mut allein die letzten Meter zum Gipfel zu gehen. Inzwischen hockte Sigerl unter einem Felsvorsprung, um sich vor dem bei ihm auftretenden Eisregen zu schützen. Kurz zuvor hatte er feststellen müssen, dass das vor der Gamsscharte gelegene Schnee-/Eisfeld nichts für unser Schuhwerk war und man dieses am besten mit Steigeisen bewältigen konnte. So waren auch schon die Hinweise in der Hütte. Also mussten wir uns für den längeren Weg am nächsten Tag entscheiden.

Ein kleiner Teich oberhalb der Plauener Hütte

Der Regen hat aufgehört und die Berge links von der Richterspitze spiegeln sich im Teich.
Wie es am nächsten Tag weiterging, erfahrt ihr im Teil 2.....