Sigerls Bilderbuch

Landschaften

08. Juli bis 09. Juli 2008








Wir waren nun kurz vor dem letzen Aufschwung zum Gipfel. Nebel trübte unsere Freude, außerdem war es bitterkalt. Katrin lieh mir ihre Handschuhe, weil meine seidenen Fingerlinge nicht zu finden waren (sehr schlampig von mir).









Der Schnee war hart gefroren und wir wussten nicht, ob wir warten sollten, oder es vielleicht am Nachmittag nochmals versuchen sollten. Ich entschied mich alleine weiterzugehen um Erkenntnisse über die Wegbeschaffenheit zu bekommen. Katrin wartete auf mich… sollte ihr 3. Versuch, einen 3000er zu besteigen, wieder scheitern?









Es gab eine Trittspur, die jedoch glasig eisig war und die auch mit meinen festen Bergschuhen nicht „nachzubessern“ war. Es war 7 Uhr morgens als ich auf dem Gipfel stand. Die Sicht war schlecht, aber es schien aufzureißen. Der Abstieg war nicht so problematisch wie ich vermutet hatte, obwohl die Stufen immer noch eisenhart und rutschig waren. Von „erwanderbaren 3000er“ war nichts zu spüren. Im Gegenteil, ohne diese eine Spur, wäre die Kreuzspitze an diesem Morgen ohne Steigeisen nicht zu besteigen gewesen!









Ich stieg bis auf Rufweite ab und gab Katrin zu verstehen, dass sie aufsteigen sollte. Nach ursprünglichen Zögern verstand sie mich und kam mir entgegen. Ich wusste, dass ich ihr dabei nicht helfen musste. Sie ist mit Eis und Schnee aufgewachsen und dazu absolut schwindelfrei.









Das Wetter wurde wieder freundlicher und die Sicht wieder besser. Katrin freute sich, denn nun war ihr Ziel sehr, sehr nahe. Es war jedoch immer noch bitter kalt und nun fror sie an den Fingern. Ich gab ihr die Handschuhe wieder, denn nun hatte ich warme Hände.









Nur noch wenige Meter und schon bald war das Gipfelkreuz zu sehen.









Geschafft! Nur noch ein paar Schritte zum Gipfelkreuz. Ein ansonst vielbesuchter Gipfel gehörte in diesen frühen Morgenstunden uns ganz alleine.










Die Aussicht war fantastisch. Hier der Blick über den Kreuzkamm. Während Katrin das Gipfelkreuz erreichte, dachte ich an meine Tour vor ein paar Jahren. Damals stieg ich auch in der Früh zum Kreuzspitzgipfel, mittags dann noch auf dem Saykogel (3306 m) und nachmittags über das Ramoljoch (3186 m) zum Ramolhaus (3006m). Wo ist nur meine Fitness geblieben?? Man wird einfach älter und somit auch schwächer…









Katrin denkt nicht ans Alter, sondern erfreut sich an dieser wunderschönen Gletscherwelt. Alle Mühen hat sie vergessen.









Blick auf dem Weißkamm. Schade, dass die Gipfel sich in Wolken hüllen. Dafür sieht man sehr schön das Hochjochhospitz (2412 m).








 

 

Wir blieben etwa eine Stunde auf dem Gipfel sitzen und genossen die Aussicht. Man hat von hier oben einen wirklich grandiosen Rundumblick.









Dieser Gipfel ist wirklich jedem zu empfehlen, der einigermaßen trittsicher ist. (Ratschlag: Nicht unbedingt zu früh weggehen, denn tagsüber wird das Eis zum Schnee und somit wieder „begehbar“).









Im Hintergrund die Fineilspitze, im Vordergrund der Gipfel des Kreuzkammes.










Wir sind wieder zurück, dort wo wir unseren Rucksack und das Stativ deponiert hatten. Ich stieg ein Stück den Gegenhang hoch, denn von dort konnte man den Anstiegsweg bis zum Gipfelkreuz sehen.









Gemütlich sind wir bis zum Samoarsee (knapp 3000 m) abgestiegen. Auch hier gab es tolle Fotomotive. Nur schade, dass es immer noch ziemlich windig war. Dadurch war die Spiegelung im See leider nicht optimal.









Enzianwiese am Samoarsee. Im Hintergrund der Similaun (3599m).









Wieder am Biwakplatz. Nach ausgiebiger Rast und kleinem Mittagsschläfchen packten wir unser Biwakzeug zusammen und machten uns auf dem Weg ins Tal.









Wieder gingen wir schnurstracks an der Martin-Busch-Hütte vorbei. (Ich mag diese Hütte nicht…) und nach etwa 2 Stunden näherten wir uns dem Bergdorf Vent.









Eine schöne und beeindruckende Tour ging um 16 Uhr zu Ende. Katrin´s Freude über ihren ersten 3000er ist jedoch noch lange nicht zu Ende…



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