Sigerls Bilderbuch

Landschaften

3. Januar 2009

Oberer Bayerischer Wald: Osser-Überschreitung

Ein kleiner Tourenbericht von meiner Tochter Julia

 

 

 

Den wohl beschwerlichsten Kampf dieser Wanderung hatte ich, als das Bild aufgenommen wurde, längst gewonnen: So musste ich doch tatsächlich in mühsamer Überredungsarbeit meinen Vater davon überzeugen, dass der Große Osser (1293 m) ein echter Berg und damit viel attraktiver ist als der Dieberg (ca. 620 m) wo er ursprünglich hin wollte. Außerdem musste ich meine Mutter davon überzeugen, dass man auch im Winter eine 7 ½ Stundentour machen kann und es sich lohnt, dafür früh aufzustehen.

 

 

 

 

 

 

Wir haben es tatsächlich geschafft um 9 Uhr loszulaufen. Unser heutiges Tagesziel sah wie folgt aus: Von Lam über den Kleinen Osser zum Großen Osser und da wir auch diesen überschreiten wollten, sollte der Abstieg über Lohberg zurück nach Lam erfolgen.

 

 

 

 

 

 

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war Papa völlig begeistert. Am meisten liebte er es auf die größten Schneemassen zu zeigen und dabei leidenschaftlich zu rufen: „Oh, Julchen, da musst du mal rüber laufen, das sieht affenstark aus!“ Wie man auf dem Foto sieht, hatte ich keine Gamaschen an... wer von euch weiß, was das bedeutet?

 

 

 

 

 

 

Super-Winterlandschaft, Sonne und frostige Temperaturen, was braucht es mehr?

 

 

 

 

 

 

Endlich kommt das erste Teilziel unserer Wanderung in Sicht: Der Gipfel des Kleinen Ossers (1266 m).

 

 

 

 

 

 

Wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist, waren wir ganz alleine auf dem Gipfel und konnten in aller Ruhe die winterliche Landschaft des Bayerischen Waldes genießen. Hans Watzlik hat diese Gegend nicht umsonst beschrieben als eine „der entlegendsten und einsamsten Landschaften Mitteleuropas, voller weiter, rauer Hochmoore und düsterer, sagenhafter Felsenseen, eine Urlandschaft von tiefster, ergreifender Schönheit.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg vom Kleinen zum Großen Osser kamen wir an der Marienkapelle vorbei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier winken wir noch fröhlich, ein paar Meter danach sollte uns die eisige Realität aber wieder einholen. Die ganze Tour hinweg tauchten immer wieder blanke Eisplatten unter der dünnen Schneedecke auf und forderten sowohl unser Reaktionsvermögen, als auch unseren Gleichgewichtssinn heraus. Ein Mitglied unserer Truppe ist dabei viermal gestürzt, aber wir wollen hier nicht verraten, wer es war (Nur so viel: Ich war’s nicht!!!)

 

 

 

 

 

 

Auf den letzten Metern bis zum Gipfel kamen wir an einem blankpolierten Schmeichelstein vorbei. Man findet sie überall im Künischen Gebirge als Symbol der deutsch-tschechischen Freundschaft – Die Grenze verläuft genau über den Gipfel.

 

 

 

 

 

 

Am Gipfel des Großen Ossers. Sieht doch fast wie in den Alpen aus, oder?

 

 

 

 

 

 

Man beachte die „Vulkanwolke“ im Hintergrund!

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir das „Matterhorn des Bayerischen Waldes“ geschafft hatten, hatten wir uns eine Einkehr im gemütlichen Osserschutzhaus redlich verdient.

 

 

 

 

 

 

Beim Abstieg Richtung Lohberg hatten wir zunächst wieder mit Eis zu kämpfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einige Höhenmeter tiefer fühlten wir uns wieder in den Herbst zurückversetzt. Vorbei war es mit Eis und Schnee.

 

 

 

 

 

 

 

Zurück in Lam endete für uns diese wundervolle Tour. Wir waren uns alle einig, dass es eine rundum gelungene Wanderung war.