Sigerls Bilderbuch

Landschaften

12. Januar 2009

Skitour zum Juifen (1987 m)


Erhofft habe ich mir, dass ich heute mit einem, oder mehreren Münchner Freiberuflern unterwegs sein werde. Aber wie es so ist bei den meisten Freiberuflern, sie führen zwar das Wort „frei“ in ihrer Berufsbezeichnung und haben dennoch weniger frei als die Angestellten.

 

 

 

 

Es war schon kurz vor halb zwölf, als ich am Gasthaus Hagen losgewandert bin. Aber das macht nix, denn mein Motto lautet: „A bisserl wos geht immer“, und so schaute ich weniger auf die Uhr, sondern vielmehr auf die wunderschönen Eiskristalle, die mich gleich zur Kamera greifen ließen.

 

 

 

 

Wenn ich die Kamera in meinen Händen halte, vergesse ich Zeit und Ziel. Und so kam es, dass ich nur langsam höher kam. Immer wieder schaute ich hinüber zum Demeljoch und so nach zwei Stunden sah ich auch die Nordflanke des Juifen. Komisch war nur, dass vom Forstweg kaum was zu sehen war.

 

 

 

 

Wenig später wurde der Blick auf die Rotwandalm frei. Fünf Minuten später machte ich dort eine längere Rast und genoss meinen heißen Tee.

 

 

 

 

Der Forstweg war nun auch zu erkennen, zumindest der Teil, der nach links wegführt. Der obere Teil war ziemlich zugeweht. Oberhalb der rechten Baumreihe führt der Weg hinüber zu einer felsfreien Flanke, in der in Serpentinen der Weg zum Gipfelgrat führt.

 

 

 

 

Hier bin ich nun in der Nordwestflanke des Juifen. Im Hintergrund sieht man das Demeljoch (1924 m), ein schöner Wanderberg, der ebenfalls zum Vorkarwendel gehört.

 

 

 

 

Ich kam nur mühselig höher, der Schnee war hart und vereist, bis ich dann die Skier abschnallte und zu Fuß auf direktem Weg höher stieg. Als ich hoch genug war, sah ich Kafell, Retherkopf und dahinter die Schreckenspitze (2022 m).

 

 

 

  

Am Gipfelgrat ließ ich die Skier zurück und mühte mich zum Gipfel hoch. Es ging ganz schön „zach“ heut... dabei wollte ich ja noch auf die Hochplatte.


 

 

 

 

Der Blick vom Juifen ist mir in jeder Jahreszeit bekannt und trotzdem finde ich ihn immer wieder schön. Die Lämpereralm ist schon im Schatten und das ließ auf Pulverschnee hoffen.

 

 

 

 

Vier Stunden bis zum Gipfel.... das hab ich mir anders vorgestellt. Wo habe ich diese viele Zeit liegen gelassen? Beim Fotografieren? Auf der Rotwandalm? Oder war ich einfach nur so langsam unterwegs? Jetzt wird es jedenfalls knapp mit der Hochplatte.

 


 

 

 

Auch wenn mich der tiefe Sonnenstand mahnte, ließ ich mich nicht aus der Ruhe bringen. Zuerst mal Wäsche gewechselt, Objektiv gewechselt, fotografiert und dann ne Kleinigkeit gegessen. Dazu noch einen Becher immer noch heißen Tee getrunken.

 

 

Der Guffert

 

Die Aussicht von diesem nicht mal 2000 m hohen Gipfel ist unglaublich schön. Im Norden das Alpenvorland, im Westen das Karwendelgebirge, im Osten die Blauberge und im Süden die Hohen Tauern mit dem Großglockner und im Vordergrund meine Hausberge, Guffert, Unnutz, Rofan und Seekarspitze.

 

 

Hohe Tauern, rechts der Großglockner

 

Der Blick in die Hohen Tauern zeigt, dass es so recht viel Schnee auch in großen Höhen noch nicht gibt. Das habe ich schon ganz anders in Erinnerung.

 

 

 

 

Ein letzter Blick zu den Blaubergen mit der Halserspitze (1862 m) als höchste Erhebung. Dort scheint es doch tatsächlich ein bisserl mehr Schnee zu geben. Vielleicht mein nächstes Ziel?

 

 

 

 

Ich war schon abfahrtbereit, als ich diese Eisfigur unmittelbar neben  dem Gipfelkreuz sah. Ich packte noch einmal meine Kamera aus und machte ein Foto. Ich bin zwar kein fantasievoller Mensch, aber dieser Eisklotz sieht meiner Meinung nach aus wie ein Bison.

 

 

 

 

Die Abfahrt war nicht gerade ein Hochgenuß, Schneeverwehungen und Eisplatten zwangen mich zur Konzentration. Ich wollte auf keinen Fall stürzen. Es ist noch nicht so lange her, als Lisa hier mit gebrochenem Wadenbein ins Tal fuhr.

Ein Blick auf die leuchtenden Unnutz-Berge signalisierte mir, dass es für einen Aufstieg zur Hochplatte nun definitiv zu spät war. Schade, ich wäre gerne über die Bründlalm direkt zu meiner Schwester abgefahren.

 

 

 

 

Über die Falkenmoosalm abzufahren, war eine richtige Entscheidung, denn es wurde nun ganz schnell dämmrig und als ich im Tal ankam, brach die Dunkelheit ein.

Eine meiner lieben Nichten hat mich dann zurück zum Auto gebracht. Eine schöne und sehr einsame Tour ging zu Ende.

Fazit: Als Halbtagestour den Juifen und die Hochplatte zu besteigen geht im Sommer ganz bestimmt. Aber im Winter wird es zu schnell dunkel. Trotzdem: "A bisserl wos geht immer"....

 

top